Im Mittelpunkt des Dokumentarfilms „Zelihas Hütte“ steht Zeliha Polat, eine alevitische Kurdin aus Dersim in der Türkei. Sie ist die Enkelin des Stammesführers Seyit Riza, der einst einen Aufstand gegen die Repression durch die türkische Republik anführte. Der Aufstand wurde als Vorwand für die Massaker beziehungsweise den Genozid an den Bewohner:innen Dersims 1937/1938 genutzt.
Dersim ist bis heute von Repression betroffen, die in den 1990er-Jahren zu heftigen Kämpfen zwischen der kurdischen Arbeiterpartei PKK und dem Militär führte. Damals erklärte die Türkei die Berge Dersims zum militärischen Sperrgebiet und vertrieb die in den höheren Lagen lebende Bevölkerung aus ihren Dörfern.
Im Jahr 2000 entschied sich Zeliha Polat, in die verbotene Zone Dersims zu ziehen. Auf den Grundmauern ihres Elternhauses errichtete die damals 42-jährige Frau einen Unterstand und begann hier zu leben. Doch das Katasteramt überträgt willkürlich ganze Landstriche an Fremde. Auch Zeliha ist davon betroffen.
Sie findet jedoch einen alten Steuerbeleg ihres Großvaters und schöpft Hoffnung, die drohende Enteignung verhindern zu können. Durch ihre Weigerung, ihre Heimat aufzugeben, verschafft sie sich Selbstachtung. Diese muss Zeliha für sich als Mensch und Frau, aber auch für ihre Familie und selbst für die Gruppe der alevitischen Kurd:innen in Dersim immer wieder erkämpfen. Ihre selbstgebaute Hütte ist eine Verkörperung dieser Mission.
Im Januar 2026 ist Zeliha Polat verstorben. In Erinnerung an sie und um ihre Arbeit zu würdigen, zeigen wir „Zelihas Hütte“.
Was? „Zelihas Hütte“ (2020) von Regisseurin Gabriela Gyr, Dauer 45 Minuten. Türkisch und Zazaki mit deutschen Untertiteln.
Wann? Sonntag, 15. Februar 2026 um 18 Uhr
Wo? Café Karanfil, Weisestraße 3, 12049 Berlin
















